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Probleme und Pannen

Verhütung im Wandel der Zeit

Die Idee des Kondoms, der klassischen Verhütungsmethode des Mannes, hat eine lange Geschichte. Die älteste Abbildung eines kondomtragenden Mannes während eines sexuellen Aktes stammt aus der Zeit zwischen 100 bis 200 n. Chr. «Penisschützer» unterschiedlicher Ausprägung und aus verschiedenen Materialien hergestellt gab es aber schon viel früher.

Englischer Reitmantel für Casanova

Mitte des 17. Jahrhunderts soll ein gewisser Dr. Condom, Hofarzt bei Charles II von England, begonnen haben, Schutzhüllen aus Tierdärmen herzustellen, um Infektionen und Schwangerschaften zu verhüten. Dr. Condom wurde für diese Idee und deren Umsetzung offenbar zum Ritter geschlagen. Sogar der legendäre Casanova soll eine «redingote anglaise», d. h. einen «englischen Reitmantel» – eine Art Kondom aus Schafdarm – benutzt haben. Zu dieser Zeit sollten Präservative insbesondere vor Syphilis schützen. Mit dem Beginn der Neuzeit und dem sprunghaften Anstieg der Bevölkerungszahlen änderte sich auch schlagartig die Bedeutung der Empfängnisverhütung: Ab Mitte des 19. Jahrhunderts war die Voraussetzung für industriell gefertigte Präservative und Diaphragmen gegeben.

21. Jahrhundert: Innovationen noch und noch

Ein entscheidender Fortschritt in der Technik der Schwangerschaftsverhütung ist schliesslich die Entwicklung der Verhütungspille, die dem Chemiker Carl Djerassi und dem Pharmakologen Gregory Pincus zugeschrieben wird. Hinter dieser Errungenschaft stehen jedoch über 40 Jahre Forschungsarbeit: Bereits Ende des 19. Jahrhunderts kannte man die hormonellen Zusammenhänge zwischen Eisprung und Schwangerschaft. So revolutionär die Entwicklung der Pille auch war, sie blieb nicht der einzige Fortschritt auf dem Gebiet der Empfängnisverhütung. Es wurden weitere moderne Methoden wie Spirale, Hormonimplantat, Verhütungsring oder Hormonpflaster entwickelt, die nicht mehr täglich angewendet werden müssen.

Verhütung für die Frau

Neben dem Präservativ gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten, wie sich auch die Frau vor einer Schwangerschaft – nicht aber vor sexuell übertragbaren Krankheiten – schützen kann. In vielen Fällen können hormonelle Verhütungsmittel auch Menstruationsbeschwerden lindern. Im Folgenden findest du eine Übersicht über die gängigsten Methoden.

Kombinierte Mikropille

Die «Pille» ist eines der am meisten verbreiteten Verhütungsmittel für die Frau. Sie wirkt mit einer Kombination der Hormone Gestagen und Östrogen. Sie unterdrückt unter anderem den Eisprung und verdickt den Schleim des Gebärmutterhalses. Wird sie regelmässig jeden Tag eingenommen, ist sie sehr zuverlässig. Wie bei allen Verhütungsmitteln für die Frau ist es wichtig, dass du dich von deinem Frauenarzt oder deiner Frauenärztin beraten lässt.

Gestagen Minipille

Die Minipille enthält nur Gestagen und ist dadurch auch für Frauen geeignet, die kein Östrogen zu sich nehmen dürfen, beispielsweise wenn ein erhöhtes Thromboserisiko in der Familie vorliegt oder wenn die Frau eine starke Raucherin ist. Gestagenpillen müssen sehr regelmässig eingenommen werden, sind dann aber ebenfalls ausgesprochen zuverlässig.

Verhütungsring

Der Verhütungsring ist ein kombiniertes hormonelles Verhütungsmittel, das wie ein Tampon in die Scheide eingelegt wird und dort direkt über die Schleimhaut seine Wirkstoffe abgibt. Der Ring bleibt während drei Wochen in der Scheide, wodurch du nicht jeden Tag daran denken musst. Er ist sehr zuverlässig und hat bei vielen Frauen einen positiven Einfluss auf menstruationsbedingte Beschwerden wie starke oder unregelmässige Blutungen, Kopf- und Unterleibsschmerzen.

Verhütungsstäbchen

Das Verhütungsstäbchen ist ein streichholzgrosses Kunststoffstäbchen, das vom Arzt unter die Haut des Oberarms eingesetzt wird und dort während bis zu drei Jahren kontinuierlich Gestagen freisetzt. Es ist ausgesprochen zuverlässig und kostengünstig, wird aber nicht von allen Frauen gleichgut vertragen.

Weitere Methoden und Beratung

Neben den erläuterten Methoden gibt es eine Reihe weiterer Möglichkeiten wie die Hormon- oder Kupferspirale, Zyklusbeobachtung sowie verschiedene Barrieremethoden für die Frau (Diaphragma, Femidom etc.). Idealerweise informierst du dich direkt bei deinem Frauenarzt oder deiner Frauenärztin, welche Möglichkeiten für dich persönlich in Frage kommen. Zur sorgfältigen Beratung gehört auch die Abklärung möglicher Risiken und Unverträglichkeiten. Nur mit einem Verhütungsmittel, das zu dir und deinem Lebensstil passt, ist der Schutz vor einer ungewollten Schwangerschaft optimal. Am sichersten bist du in jedem Fall, wenn du zusätzlich mit einem Kondom verhütest.

Weiterführende Informationen

Bundesamt für Gesundheit

Das Bundesamt für Gesundheit BAG fördert die Gesundheit der in der Schweiz lebenden Menschen mit vielfältigen Massnahmen. Dazu gehört auch die Präventionskampagne « Love Life – Stop Aids», die seit bald zwanzig Jahren für Safer Sex sensibilisiert.

www.lovelife.chwww.bag.admin.ch

Aids-Hilfe Schweiz

ceylor ist Key-Partner der Aids-Hilfe Schweiz. Wir unterstützen uns gegenseitig und engagieren uns in gemeinsamen Projekten. Aus der Zusammenarbeit gewinnt ceylor wichtige Hinweise für die Entwicklung und Verbesserung von Präservativen. Auf der Website der Aids-Hilfe Schweiz findest du alles, was du über Sex und HIV wissen musst.

www.aids.ch

Durchblick

durchblick.ch richtet sich an Jugendliche, die mehr über Liebe, Sex und ihrem Körper erfahren möchten. Du findest Antworten zu vielen Themen und kannst Fragen ans Durchblick-Team stellen.

www.durchblick.ch
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